"Django Chanté" - CD Critique - Besprechungen - Reviews - Recensies - Críticas

Unglaublich reizvolle Platte, die man schnellstens kennenlernen sollte

HOT CLUB NEWS, Germany

Nach der ersten bemerkenswerten CD «Le roi des jongleurs», sind unsere swingenden Holländer mit einem neuen Album wieder da. Ihr Vorhaben ist diesmal ziemlich originell: Bekannte Stücke von Django (Nuages, Tears, Swing 39, Douce Ambiance, Manoir de mes reves...) werden von Jean-Pierre Guiran auf französisch gesungen (eine klare Stimme, mit leichtem, sympathischem Akzent). Als Zugabe gibt es 5 unveröffentlichte, in Vergessenheit geratene Stücke, die in den Jahren 43-45 von berühmten Textern, u. a. Jacques Larue und Lawrence Riesner, verfaßt wurden.

Polytour spielt ebenfalls einige Standardstücke in französischer Fassung: Près de vous (BIue Skies), Tout Ie jour, toute la nuit (Night ond day), Dans 1'immense Sahara (Le Sheik)... Innerhalb der Gruppe besteht beste Zusammenarbeit zwischen hervorragenden Musikern: Stefan de Ridder, gut im Takt an der Rhythmusgitarre, Lion Van, ein gestandener Kontrabassist, dessen Instrument summt und singt, der Sologitarrist Jan de Jong geht in den Fußstapfen seines Meisters Fapy Lafertin; sein Spiel ist stilvoll und einfallsreich, Feingefühl und Empfindungsvermögen sind seine Haupteigenschaften, was J. P Guiran betrifft, kann man schon sagen, daß sein Akkordeon Swing und Poesie zusammenführt. Das Quartett hat Tim Kliphuis eingeladen, einen jungen Geiger mit viel Schwung und Begabung.

Bluff, Klischees und Geschwätz haben hier nichts verloren; der Klang ist ungeziert, das Spiel ursprünglich, unkompliziert, natürlich, und wird durch eine gute Aufnahmetechnik unterstützt. Fein bearbeitete, schlichte und wirkungsvolle Arrangements, viel Sorgfalt in den Instrumentalstücken, standfester Swing (Le Sheik) verbinden sich hier mit unendlich viel Achtung vor diesen Stücken, die übrigens absolut frisch und wie neu geblieben sind (z. B. das bestens gelungene Que reste-t'iI de nos amours? von C. Trenet - vielleicht wird dem < < Fou Chantan>>* auch mal eine ganze Platte gewidmet). Zwei gut gemachte Instrumentalstücke müssen noch erwähnt werden: Djangos berühmter Walzer Chez Jacquet und Rivolife', eine außergewöhnliche Komposition von Joseph Colombo. Manch einer wird dieses Unternehmen für altbacken halten, es ist jedoch eine wirklich originelle Art und Weise Django und seine Zeit in Ehren zu halten. Eine sehr gelungene, unglaublich reizvolle Platte, die man schnellstens kennenlernen sollte. *Le fou chantant: Charles Trenet (dt: der singende Narr).

Francis Couvreux, HOT CLUB NEWS, Germany, 99/4

Frans origineel

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